Dokumentation Seminarkooperation "Kollaboratives Lernen in und mit Virtual Reality"
Vorbereitung und Konzept
Am Anfang unserer Seminarkonzeption stand die Formulierung der intendierten Lernziele und die Erstellung eines Grobkonzepts. Bei der Frage, was wir den Studierenden in diesem Seminar eigentlich mitgeben wollen und was diese bestenfalls am Ende des Semesters gelernt haben sollten, waren wir beide uns recht schnell einig: Neben einem deklarativen Grundwissen zu kollaborativem Lernen und Virtual Reality, sollte das prozedurale Wissen einen besonderen Stellenwert erhalten. Die Studierenden sollten das Thema des kollaborativen Lernens in bzw. mithilfe von Virtual Reality nicht nur theoretisch-abstrakt bearbeiten, sondern auch handlungspraktisch selbst erleben und selbst tätig werden. Diese praktischen Erfahrungen sollten dann im Anschluss mit empirischen Forschungsergebnissen abgeglichen und reflektiert werden. Nur so - unserer Überzeugung nach - wird es den Studierenden ermöglicht, eine fundierte, (medien-)pädagogische Haltung gegenüber dem Thema und Medium einnehmen zu können. Und das war letztlich das Ziel unseres Seminars: Angehende Pädagoginnen und Pädagogen sollen die Gelegenheit erhalten, den Umgang mit dem noch eher ungewöhnlichen Medium Virtual Reality zu erlernen, eine eigene pädagogische Haltung dazu zu entwickeln und diese begründet vertreten zu können.
Aus diesen Grundgedanken formten sich dann im Anschluss die intendierten Lernziele und der Seminarplan, den wir im Folgenden vorstellen:
Die intendierten Lernziele für die Veranstaltung wurden folgendermaßen festgelegt:
Nach Abschluss des Seminars sind die Teilnehmenden in der Lage,
- virtuelle Räume aus pädagogischer Sicht im Hinblick auf die Potentiale und Grenzen kollaborativen Lernens zu beurteilen,
- eine erste pädagogische Haltung gegenüber VR-gestützten Lernszenarien einzunehmen und diese argumentativ zu vertreten,
- Herausforderungen, Stolpersteine, Perspektiven und Chancen vr-gestützter Lernszenarien zu formulieren und zu reflektieren und
- VR-Standalone-Headsets selbstständig zu nutzen und deren Einsatz in Lernsettings vorzubereiten.
Die Inhaltliche Schwerpunkte legten wir folgendermaßen fest:
- Einführung in VR und Bildung: Grundlagen von Virtual Reality und deren Anwendungsmöglichkeiten in der Bildungslandschaft
- Theoretische Grundlagen: Überblick über bildnerische Theorien und aktuelle Forschung im Bereich VR und Bildung
- Kollaboratives Lernen in VR: Untersuchung und Diskussion der spezifischen Vorteile und Herausforderungen des kollaborativen Lernens in virtuellen Umgebungen
- Praktische Anwendung: Exkursion und Erkundung von VR-Räumen, bei denen die Studierenden selbst kollaborative Lernprozesse erfahren und gestalten
- Analyse und Reflexion: Kritische Reflexion und Analyse der praktischen Erfahrungen, unterstützt durch wissenschaftliche Literatur und Forschungsergebnisse
Rahmenbedingungen der Lehrveranstaltung
Bei der Erarbeitung der groben Konzeption des Seminars, wie zum Beispiel der Erstellung eines Seminarplans und des „roten Fadens“ der Lehrveranstaltung, spielen die gegebenen Rahmenbedingungen eine zentrale Rolle. Es macht daher Sinn, diese Rahmenbedingungen, die für das Seminar galten, einmal aufzulisten:
- Zeit: Das Seminar fand im Block-Format alle 2 Wochen, dafür 4-stündig von 12:15 - 15.45 Uhr statt.
- Teilnehmende: Die Teilnehmendenzahl war auf 30 Personen begrenzt, eine genaue Zahl konnte erst kurz vor Seminarbeginn bzw. nach der ersten Sitzung festgesetzt werden: Letztlich nahmen 16 Studierende an dem Seminar teil. Die Studierenden befanden sich in fortgeschrittenen Semestern ihres Studiums (4-6 Semester).
- Ort: Das Seminar fand zum Großteil in dem Raum 01B01 der Philosophischen Fakultät statt, der den Lehrpersonen bereits bekannt war. Dieser Raum war aus mehreren Gründen für das Lehrvorhaben gut geeignet:
- Er bot genug Platz, um Virtual Reality durchführen zu können
- Es gab ausreichend Steckdosen und Präsentationstechnik (z.B. zum Streamen von VR-Bildern)
- Es bestand eine gute WLAN-Verbindung in dem Raum
- Der Raum war einfach und barrierearm zu erreichen, was auch den Transport der Gerätschaften vereinfachte.
Der Seminarplan
Bei der Erstellung des Seminarplans und damit der inhaltlichen Grobstruktur der Lehrveranstaltungen mussten die Zielsetzungen und Rahmenbedingungen des Seminars berücksichtigt werden. Ausgehend von den oben genannten Bedingungen entschieden wir uns für eine Dreiteilung des Seminars:
- Die ersten drei Sitzungen dienten der thematischen und inhaltlichen Einführung in das Veranstaltungsthema: Neben Grundlagen in Theorie und Begrifflichkeiten wurden die Studierenden hier auch im kompetenten Umgang mit den VR-Headsets geschult.
- Die anschließenden zwei Sitzungen waren Praxissitzungen: Beide Termine fanden vollständig in VR statt, die Studierenden nahmen von zu Hause oder in zur Verfügung gestellten Räumen daran teil.
- In den letzten beiden Sitzungen ging es um die Aufarbeitung der praktischen Erfahrungen und die pädagogischen Ableitungen. Neben der Betrachtung empirischer Studien im Abgleich mit den Erfahrungen wurde unter anderem auch pädagogisches Handeln, wie z.B. das Anleiten von Studierenden in VR-Erfahrungen, eingeübt. Zum Abschluss fand eine Evaluation der Veranstaltung statt.
Sitzungen|Datum | Themen|Inhalte |
17.10.2024 | Organisatorisches, Seminarablauf, Studienleistung, thematischer Einstieg (digitale Bildung & kollaboratives Lernen) |
31.10.2024 | Grundlagen Virtual Reality: eine praktische Exploration in fundamentale Konzepte |
14.11.2024 | Virtual Reality und kollaboratives Lernen |
28.11.2024 | Praxisphase I: MeetInVR (1/2) |
12.12.2024 | Praxisphase II: MeetInVR (2/2) |
23.01.2025 | Reflexion I |
06.02.2025 | Reflexion II & Abschluss |
