Lesen im Studium

9.1 Mit Problemen beim Lesen umgehen

Der amerikanische Schreibdidaktiker Peter Elbow schlägt das sogenannte believing game vor. Er empfiehlt, zunächst davon auszugehen, dass ein Text richtig und sinnvoll ist. Das helfe, neue Gedanken zuzulassen und sich auf den Text einzulassen. Erst im Anschluss daran sei das doubting game angebracht, was bedeutet, jede vorgestellte Idee, jeden vorgestellten Gedanken grundsätzlich in Frage zu stellen.
(Elbow 2-9)

Hilfreich kann es auch sein, grundsätzlich mit zwei Hypothesen an schwierige Texte ranzugehen:
  • Der Texte ist prinzipiell sinnvoll und hat das Ziel, mir etwas mitzuteilen.
  • Ich kann den Text verstehen, wenn ich mich nicht abschrecken lasse und mir genügend Zeit nehme.
Vier Würfel mit Aufschrift nacheinander "sollte" "könnte" "würde" "machen"
Foto: colourbox.de

Hab keine Angst vor dem Text, sondern tritt in einen Dialog mit ihm. Lies mit Selbstbewusstsein und halte deine kritischen Anfragen für berechtigt. Es muss nicht an dir liegen, wenn dir etwas unlogisch oder seltsam erscheint. Ruf dir immer wieder das Thema vor Augen. Behalte deine Fragen an den Text im Kopf. Verfang dich nicht in Leseschleifen, sondern notiere dir deine Fragen und gehe erst einmal zum nächsten Abschnitt über. Und ganz wichtig: Sprich über deine Texte. Vor allem in der Prüfungsvorbereitung und in Seminaren und Vorlesungen ist der Austausch mit deinen Kommiliton/innen sehr hilfreich!
(Lange 65f.)