ILIAS of the Philipps-Universität Marburg
AutorInnen: Dr. rer. nat. Matthias Grönewald
Abstract

Forschungsdatenmanagement benötigt präzise und verständliche Dokumentation, umso mehr, wenn Forschende die Daten teilen wollen. Das gilt für aktive Daten innerhalb der Forschung genauso wie für Forschungsdaten aus abgeschlossenen Projekten, die veröffentlicht oder archiviert werden sollen. Dafür sind gute Metadaten unerlässlich. Metadaten sind alle Informationen über die Forschungsdaten selbst, wie beispielsweise das verwendete Protokoll oder das untersuchte Molekül. Um den höchsten Grad an Interoperabilität und Nachnutzbarkeit im Sinne der FAIR-Prinzipien zu erreichen, müssen Metadaten aber lesbar für Mensch wie Maschine sein.

Dieser Herausforderung wollen wir in unserem DFG geförderten Projekt AIMS in einem interdisziplinären Team aus Informationswissenschaftlerinnen, Informatikerinnen und Ingenieurinnen gemeinsam begegnen. Verteilt über mehrere Institutionen aus Infrastruktur und Wissenschaft wollen wir eine Plattform schaffen, die es Forschenden ermöglicht, Metadatenstandards zu erstellen und zu teilen, sowie diese in die Forschungsabläufe zu integrieren. Der Fokus innerhalb des Projekts liegt dabei auf dem Maschinenbau und verwandten Disziplinen.

Das „Teilen von Forschungsdaten“ beginnt dabei oft viel früher als viele Forschende annehmen, nämlich oft schon bei der Übergabe von Projekten und Verantwortungen innerhalb der eigenen Gruppe, beispielsweise bei Abschlussarbeiten oder Projektübergaben. Jeder, der diese Prozesse kennt, weiß das hier gute Dokumentation ausgesprochen wichtig und hilfreich ist und gerade bei komplexen Vorhaben ist die Bedeutung von Metadaten enorm. Mit welchen Werkzeugen, unter welchen Bedingungen oder mit welchem Parametern Forschungsdaten erzeugt wurden, ist dabei oft genauso wichtig wie die Daten selbst. In einem so heterogenen Forschungsfeld wie dem Maschinenbau stellt die Forderung nach einheitlichen Metadatenstandards und -schemata noch einmal eine besondere Schwierigkeit dar. Aufbauten und Forschung sind oft extrem spezifisch und einzigartig. Daher sind auch die damit verbundenen Metadaten sehr heterogen. Um für diese Problematik eine angemessene Lösung zu finden, sind unsere Bemühungen von Anfang an als Dialog zwischen Infrastukturbetreibenden und Forschenden ausgelegt. Die entwickelten Metadatenkonzepte sollen schlussendlich direkt in die Prozesse der beteiligten Forschenden integriert werden, wobei zu betonen ist, dass der Ansatz nicht nur für die Partner entwickelt wird, sondern explizit auch den generischen Transfer auf anderen Forschungsfelder sucht. Dabei sind sich die Projektpartner, von der Universitäts-und Landesbibliothek (ULB) und dem Institut für Fluidsystemtechnik (FST) der TU Darmstadt, sowie dem IT Center (ITC) und dem Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen University, der Bedeutung eines intensiven Dialogs mit der Community bewusst, damit die erarbeiteten Ergebnisse auch über die Projektpartnerinnen hinaus zur Verfügung stehen und nachverwendet werden. Durch Ansätze wie Modularität oder Referenzierung, bleiben die entstehenden Metadatenschema und Schnittstellen auch für andere Forschungsfelder nutzbar, somit richtet sich unser Projektan alle Forschenden, auch über den Maschinenbauund verwandte Disziplinen hinaus.