ILIAS of the Philipps-Universität Marburg
AutorInnen: Dipl.-Ing. Andreas Noback, Roger Winkler (MSc)
Abstract

Allgemeine Informationen:
Der Fachinformationsdienst BAUdigital wird seit dem 1. September 2020 als gemeinsame Informations-, Vernetzungs-, Forschungs- und Datenaustauschplattform für die Fachgebiete Bauingenieurwesen, Architektur und Urbanistik aufgebaut. Er bietet eine zentrale Anlaufstelle für die Akteure des „digitalen Bauens“. Er adressiert die integrativen Methoden des „Computational Design“, des „Computational Engineering“ und die damit verbundenen digital verschränkten Entwurfs-, Planungs- und Fertigungsprozesse.

Die genannten Fächer generieren in bisher ungekanntem Umfang Forschungsergebnisse in Form digitaler 2D- und 3D-Daten. Dazu gesellen sich Simulations-, Prozess- und Nutzungsdaten und gemeinsam entwickelte Software. Ergänzt werden diese born-digital Daten durch Retrodigitalisate aus Archiven und Sammlungen. Dazu gehören auch Architekturmodelle aus dem Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt, die mit einem robotischen Arm gescannt werden. Die Nachnutzung der aggregierten Daten ermöglicht gänzlich neue Planungs- und Forschungsansätze im Bauwesen, bedarf aber ebenso neuer Werkzeuge für Suche und Vernetzung.

Der Fachinformationsdienst BAUdigital entsteht unter Beteiligung folgender Institutionen:
  • Universitätsbibliothek Braunschweig
  • Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt
  • TIB-Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek
  • Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau.
Inhaltliche Schwerpunkte des FID BAUdigital bilden:
  • eine innovative Webserviceplattform für die Forschung im Bereich Bauingenieurwesen, Architektur und Urbanistik,
  • Entwicklung eines Thesaurus als Linked Open Data,
  • die Retrodigitalisierung von 2D- und 3D-Objekten sowie die Entwicklung eines 3D-Retrodigitalisierungsservice,
  • die Unterstützung der Community bei der Verfügbarmachung von Forschungsdaten im Sinne der FAIR Data Principles,
  • die Langzeitarchivierung von Forschungsdaten,
  • die Unterstützung der Forschenden bei Vernetzung und Austausch,
  • die Verbesserung der Literaturversorgung und Publikationsdienstleistungen mit dem Schwerpunkt Open Access.
Neben dem Aufbau der Angebote in den genannten Feldern startet der Fachinformationsdienst BAUdigital mit einer umfassenden Bedarfsanalyse. Gemeinsam mit den verschiedenen Forschungs-Communities werden dazu Use-Cases entwickelt. Diese sollen helfen, Potentiale für die Nachnutzung und den Austausch von Daten zwischen den Forschungsprojekten und dem geplanten Repositorium zu erkennen. Zugleich werden relevante Datenformate, Metadaten, Such- und Darstellungsformen ermittelt. Aus der Einbindung der Communities in die Bedarfsermittlung soll sich schrittweise ein dauerhafter Community-Prozess entwickeln, der den Forschenden neue Vernetzungsmöglichkeiten bietet und damit den Fachinformationsdienst in den Communities verankert (siehe Abbildung). Parallel dazu klärt der Fachinformationsdienst seine Beziehung zu anderen Initiativen im Bereich Forschungsdatenmanagement und Vernetzung wie dem NFID4Ing oder der gerade gegründeten Initiative AdvanceAEC, in der sich ein Exzellenz-Cluster und eine Reihe von Sonderforschungsbereichen aus dem digitalen Bauen zusammengeschlossen haben.