Arzneimittelregress wegen unzulässiger Verordnung eines Kombinationsarzneimittels
Az. L 12 KA 115/12
Leitsatz
1. Die fiktive Zulassung eines Arzneimittels, die nur darauf beruht, dass eine abschlägige Zulassungsentscheidung noch nicht bestandskräftig ist, führt trotz Verkehrsfähigkeit des Arzneimittels nicht zu einer Verordnungsfähigkeit zu Lasten der GKV.
2. Ein Kombinationsarzneimittel (Antibiotikum und Mukolytikum) ist nach Anlage III Nr. 31 AM RL auch dann nicht verordnungsfähig zu Lasten der GKV, wenn es nicht zur Behandlung einer Bagatellerkrankung verordnet wird, weil grundsätzlich die Verordnung von Monopräparaten statt einer fixen Kombination eines Mukolytikums und eines anderen Wirkstoffs wirtschaftlicher ist.
Fundstelle: Bayerisches Landessozialgericht, Urteil vom 02. April 2014 – L 12 KA 115/12 –, juris.
Module: P 102; Modul P 102 (Aufbaumodul): Marktzugang; P 205; Modul P 205 (Vertiefungsmodul): Einkauf und Verkauf
Normen: SGB 5 § 31 I 1; § 31 I 4; § 34 I 1 Nr. 1; § 34 I 6 Nr. 1; § 106 II 1; § 106 II 4; § 106 III 3; § 105 Vb 2; AMRL Anl. 3 Nr. 31
Stichworte: Vertragsärztliche Versorgung; Arzneimittelregress wegen unzulässiger Verordnung eines Kombinationsarzneimittels; fiktive Zulassung; Antibiotikum und Mukolytikum